Welsh Corgi Cardigankennel

aus dem Feenring...

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Gesundheit

Hüftdysplasie (HD)

E-Mail Drucken PDF

Ein Wort zu HD (Hüftgelenksdysplasie):

HD ist keine reine Erbkrankheit, sondern hat lediglich einen erblichen Faktor, dessen Größe wissenschaftlich noch nicht genau bestimmt werden konnte.

Dazu als Einleitung ein Text aus dem Buch von Dr. Friedmar Krautwurst, " Praktische Genetik für Hundezüchter" von Seite 157:

"Die Hüftgelenksdysplasie als genetisch beeinflußtes und durch Umweltfaktoren modifiziertes Merkmal kann in starkem Maße den Gebrauchswert und somit auch den Zuchtwert eines Hundes beeinflussen..."

"...Aus den einleitenden Darlegungen geht bereits hervor, dass die HD polygen vererbt und die phänotypische Ausprägung von Umweltfaktoren beeinflußt wird. Zu Letzteren ist man sich allgemein darüber einig, dass eine übermäßige und eine energiereiche Ernährung und die damit verbundene Wachstumsintensität die Ausprägung der Krankheit ebenso begünstigt, wie eine Körperliche Überanstrengung des Jughundes."   Ende der Zitate.

Allerdings arbeitet die Wissenschaft mit Hochdruck an einem Gentest um den Risikofaktor-HD für den einzelnen Hund einschätzen zu können. Da HD polygen vererbt wird, wird das Ergebnis des Gentests so einzuschätzen sein, wie das Ergebnis des Gentests für DM, des SOD1-Gentests. Es wird eine Größenangabe des Risikos zu erkranken darstellen. Keine Enddiagnose. Bitte lesen sie hier:

http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:pJ4B9lLiYr4J:www.psk-kaiserslautern.de/downloads/hdgentest.pdf+Gentest+gegen+HD&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESiKAKg46LeH3qUUZZe5uz31DxP1JNJ4Ojuzy54gY3r5DHASMAymhLM41uWXJpbR8CS-M1XyT9npeCDeDMR_AxNWZiYITkVdvrZBi0YLs1edCjNkcEX-C3tldiYJ0A5ZJl5nNHU7&sig=AHIEtbRiyW-17BibFAfzemJHlZgurf2Bnw

Eine Anpaarung von HD-freien Elterntieren, ist keine Garantie für einen HD-freien Nachkommen.

Die Aussage, ein gesunder Hund kann keine HD entwickeln, ist veraltet.

Auch Knochen und Bindegewebe sind zeitlebens im Umbau.

Die Epigenetik geht heute davon aus, daß zwar mehrere, verschiedene und noch nicht genau erkannte Gene mit dem Defekt der Disposition für HD vererbt werden können, aber diese Defekte zum größten Teil erst durch die Lebensumstände aktiviert werden.

Je mehr defekte Gene für die Veranlagung zu HD vererbt werden, desto größer ist die Gefahr für die Entwicklung einer HD.

Aber es kommt dadurch nicht automatisch zu HD.

Bis heute gibt es leider noch keine sicheren Gentests um zu bestimmen, wieviele defekte Gene ein Hund geerbt hat, weil die Gene noch nicht alle erkannt worden sind.

Die defekten Gene sind erstmal inaktiv und werden durch ungünstige Lebensumstände aktiviert, ähnlich einem Lichtschalter für ein/aus.

Deswegen sind durch Röntgendiagnose HD-frei befundete Elterntiere kein Garant, daß es sich um Elterntiere ohne Gene mit HD-Defekt handelt.

Sie können sehrwohl inaktive defekte Gene in sich tragen, die aber durch gute Aufzucht daran gehindert wurden aktiv aktiv zu werden.

Somit können sie defekte Gene weitervererben, die durch unglückliche Begebenheiten bei dem Nachkommen dann aktiv werden.

Hunde mit schlechtem HD-Befund sollen deshalb nicht zur Zucht genommen werden, weil bei ihnen der Verdacht besteht, daß sie recht viele Gene mit HD-Defekt in ihrer DNS haben.

Leider werden bei der zur Zeit üblichen Röntgenbilddiagnostik alle Hunde ausgelesen, bei denen HD diagnosziziert wurde. Selbst dann wenn die Diagnose nachweisbar das Ergebnis eines Autounfalls war.

Da HD noch nicht vollkommen erforscht ist, wäre es falsch zu sagen, ein Hund der HD entwickelt hat, wurde nicht gut aufgezogen.

Gute Aufzucht kann aber das Risiko HD zu entwickeln bei einem Hund erheblich senken.

Man kann nur versuchen, alles richtig zu machen und sehen, wie sich die Hüfte des Hundes entwickelt.

Vitaminmangel, Mineralstoffmangel, Übergewicht, minderwertige Füllstoffe im Futter, Bällchenspielen und Toben auf glattem Boden mit öfterem seitlichen Wegrutschen, Treppen steigen, in den Kofferraum rein und raus springen,vermehrt ausgeführtes wildes aufs Sofa springen und wieder runter....Das hält die intakteste Hundehüfte auf Dauer nicht aus.

Schon garnicht wenn sie noch im Wachstum ist.

Ein Hund der mit gesunden Hüften zur Welt kommt, kann sehr schnell HD entwickeln, wenn er als Welpe körperlich überbelastet wird und/oder qualitativ minderwertiges Futter erhält.

Außerdem kann ein Unfall oder eine massive Überbelastung im Sport zu einem Röntgenbild mit HD-Befund führen, egal welche DNA der Hund hat.

Zu vergleichen wäre das mit einem kleinen Kind welches Hochleistungssport betreibt, und / oder qualittiv minderwertig ernährt wird.

Oder mit einem sehr aktiven Berufssportler, der mit 25 Jahren anfangen muß langsamer zu tun, weil sein Körper Verschleißerscheinungen zeigt.

Ein vormals gesundes Kind, welches einen Vitamn-D-Mangel erleidet, bekommt Rachitis und seine Knochen verbiegen sich irreparabel.

Leider überschätzen viele den Bewegungsanspruch eines jungen Hundes, und denken, so lange er freiwillig läuft, ist er nicht müde.

Ebenso kann es fatal sein, irgendeine Futtersorte zu füttern, Hauptsache billig, ohne sich darum zu kümmern, was denn drin ist.

Sie füttern Ihrem Baby ja auch nicht irgendwas und  Sie bestehen darauf daß es Mittagschlaf hält.

Auch ein Welpe ist ein Baby.

HD hat einen erblichen Faktor. Aber HD hat auch einen umweltbedingten Faktor, und der wird oft unterschätzt, wenn nicht sogar verleugnet.

Deshalb ist ein HD-Befund eine Aussage, die immer hinterfragt werden sollte.

Das macht die Krankheit HD so tückisch.

Wäre HD eine reinerbliche Krankheit, wäre sie durch über 50 Jahre Zuchtauslese längst besiegt.

Abgesehen davon, daß es viele Tierärzte gibt, die viel Erfahrung mit Röntgen haben, aber zu wenig Erfahrung mit HD-Röntgen, um entsprechend korrekt zu lagern beim HD-Röntgen.

Leider ist im Moment das Röntgenbild das Mittel zur Wahl, wenn es um die Diagnose HD geht.

Ein Röntgenbild erzählt uns aber nichts über den Lebenslauf des Hundes.

Eine falsche Lagerung des Hundes während des HD-Röntgens kann eine HD-Auswertung um einen ganzen Grad schlechter aussehen lassen als es in der Realität der Fall ist.

Es reicht schon, wenn die Knie des Hundes nicht richtig eingedreht wurden, oder das Becken nicht exakt gerade lag.

Jeder Tierarzt kann Bilder knipsen. Aber nicht jeder kann gut fotografieren.

Es gilt hier genau zu schauen, wem man vertraut. Eine Uniklinik wäre zum Beispiel eine gute Wahl.

Und wenn es nun zur Diagnose HD gekommen ist? Was dann?

Ein Hüftgelenk besteht nicht nur aus Knochen.

Ein Hüftgelenk wird von Muskeln und Sehnen zusammengehalten.

Wenn ein Hund mit mittlerer HD nicht übermäßig aber ausreichend und schonend körperlich beansprucht wird und gesund ernährt wird, kann er ein mit stabilen Muskeln und Bändern (Sehnen) ausgestattetes Hüftgelenk entwickeln und als Haushund beschwerdenfrei und glücklich alt werden.

Für Hunde mit stark defomierter Hüfte gibt es außerdem OP-Methoden, diese zu richten.

Ein Hund ist ein Lebewesen und jedes Lebewesen kann gesundheitlich eingeschränkt sein oder werden.

In der Zucht sollten solche Hunde nicht eingesetzt werden, aber als Haushund sind sie sehrwohl ein Grund zur Freude.

Zuchtverbände haben dafür entsprechende Vorschriften.

HD-Grad Einteilungen:

Die Diagnose der HD-Röntgenuntersuchung wird in HD-Graden beschrieben.

HD-A bedeutet keine Anzeichen für HD auf dem Röntgenbild zu erkennen.

HD-B ist eine normale gesunde Hüfte. Keine Bilderbuchhüfte, weil es streng genommen was zu mäkeln gibt, aber trotzdem gesund und voll funktionsfähig und voll belastbar!

HD-C bedeutet es gibt zwar nur geringe Anzeichen einer HD, aber deutlich genug, um von milder HD zu sprechen.

Die Gelenkverbindung  ist etwas zu locker und deswegen nicht übermäßig stark belastbar. Also kein Hundesport mit engen Wendungen und  hohem Springen. Ein normaler Spaziergang mit Rennen und Toben ist erlaubt und erwünscht, um die Hinterhandmuskeln und Bänder zu straffen, da eine gut ausgebildete Hinterhandmuskulatur dem Hüftgelenk viel Halt gibt und somit das Gelenk stützt. Als Haushund und Familienhund kann ein Hund mit HD-C beschwerdenfrei alt werden. Als Zuchthund kann ein HD-C befundeter Hund in Verbindug mit einem HD-A befundeten Hund eingesetzt werden.

HD-D bedeutet mittlere HD und damit Zuchtausschluß

HD-E bedeutet starke HD und damit Zuchtausschluß

 

OFA

FCI

Excellent

A-1

Normal

Good

A-2

Normal

Fair

B-1

Normal

Borderline

B-2

Fast Normal

Mild

C

Noch Zugelassen

Moderate

D

Mittlere

Severe

E

Schwere

Als bindende Diagnose wird immer der Befund der schlechter bewerteten Seite genannt.

Ein Hund der links HD-A und rechts HD-C befundet bekommen hat, der hat als HD-Befund ein HD-C.

Dabei ist es vollkommen egal, wie der Hund zu diesem Befund gekommen ist. Das Röntgenbild ist entscheidend, nicht die Geschichte, die dahinter steht.

Bitte lesen Sie auch hier:

http://www.offa.org/hd_grades.html

 

Ich habe in diesem Aufsatz versucht die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zu nennen, mit den Worten die auch ein medizinisch nicht ausgebildeter Mensch versteht.

Ich erhebe keinerlei Anspruch an Vollständigkeit oder auf medizinisch allumfassende bis ins kleinste Detail gehende Korrektheit,

obwohl ich sehr sorgfältig recherchiert habe.

 

Beate Größer, im Juli 2010

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. August 2011 um 09:22 Uhr
 

Progressive Retinaatrophie (PRA)

E-Mail Drucken PDF

PRA

Medizinisch korrekt wäre gPRA, aber umgangssprachlich wird meißt nur von PRA geredet.

Ausgesprochen heißt dieser Kürzel: generalisierte progressive Retinatrophie.

Aus dem Medizinerlatein übersetzt heißt es folgendes:

generalisierte = komplette, vollständige

progressive = fortschreitende, mit der Zeit immer schlimmer werdende

Retina = die Netzhaut des Auges

Atrophie = Rückbildung

Es ist also eine Krankheit welche unaufhaltsam die Zerstörung der Netzhaut des Auges zur Folge hat.

Sie führt unaufhaltsam zur Erblindung des Hundes, da die Netzhaut, oder genauer gesagt die Stäbchen und Zäpfen,

also die Sinneszellen welche zum Sehen nötig sind, absterben.

Es gibt keine Heilung.

Meißt gehen zuerst die Stäbchen zugrunde, was ein Sehen im Dämmerlicht verhindert.

Etwas später gehen dann auch die Zäpfchen, welche für das Sehen im Tageslicht und das Farbensehen zuständig sind, zugrunde.

Hier, in dieser zeitlich gestaffelten Krankheitsabfolge, liegt die Chance für einen an PRA erkrankten Hund.

Er kann seine Umwelt noch erkunden und sich merken wo was steht.

Denken Sie daran, daß die Nase für einen Hund wichtiger ist als das Auge, und auch die Ohren sehr wichtig zum Orientieren sind.

Erkundigen sie sich wie blinde Menschen sich orientieren, zum Beispiel indem sie wissen ohne es zu sehen, wo welches Möbelstück steht, wo die Treppe ist,...

Stellen sie also keine Möbel mehr um und üben Sie mit ihrem Hund Kommandos wie "halt", "links", "rechts" etc. sowie guten Grundgeghorsam.

Beseitigen sie unnötige Gefahrenquellen, wie zum Beispiel ein Glastisch mit spitzen Ecken, herumliegende Elektrokabel in denen sich die Füße des Hundes verheddern können,...Er sieht das ja nun alles nicht mehr und läuft ahnungslos in die Gefahr.

Er wird sich dann in der Wohnung aus der Erinnerung heraus bewegen und beim Spaziergang auf ihre Anweisungen achten und sich damit, an der Leine versteht sich, orientieren.

Auch ein blinder Hund kann glücklich leben, wenn man sich auf sein Handycap einstellt.

In einigen Fällen hat ein sehender Begleithund dem erblindeten Tier sehr geholfen.

Ansonsten sind Sie für Ihren erblindeten Hund der "Blindenführmensch", wie es für einen blinden Menschen der "Blindenführhund" ist.

gPRA ist für den Hund schmerzlos und meißt durch Nase und Ohren recht gut zu kompensieren.

gPRA sollte aber eigentlich bei einem Hund von einem guten Züchter nicht mehr vorkommen, da es eine reinerbliche Erkrankung ist und und erkrankte Tiere von der Zucht ausgeschlossen sind.

gPRA wird autosomal rezessiv vererbt.

Das heißt, es gibt gPRA-frei, gPRA-Träger und gPRA-Erkrankte.


Frei heißt frei. Keine Vererbung des krankmachenden Gens und auch keine Erkrankung.


Träger heißt, die Nachkommen dieses Hundes können das krankmachende Gen vererbt bekommen, müssen es aber nicht zwangsläufig.

Ein gPRA-freier Partner mit einem gPRA-Träger ergibt, bei den Nachkommen rein rechnerich zu 50% gPRA-Freie und 50% gPRA-Träger.

Ein gPRA-Träger erkrankt nicht an PRA, gibt aber das krankmachende Gen an seine Nachkommen weiter.


Damit es zum Ausbruch der Erkrankung kommt, muß ein Hund je ein krankes Gen vom Vater und eines von der Mutter bekommen.

Hat er von beiden Teilen je ein krankmachendes Gen geerbt, wird er an gPRA erkranken.

Es gibt zur Zeit noch keine Medizin und keine Behandlungsmethode dies aufzuhalten.

Man kann es nur durch verantwortungvolle Zucht zu verhindern.

Haben sie ein Tier, dessen Eltern nachweislich gPRA-frei sind, dann ist ihr Tier auch gPRA-frei!


Bei den Cardigan Welsh Corgis ist es das Gen rcd3, welches man in einem DNA-Test, zum Beispiel mittels Backenabstrich, problemlos nachweisen kann, sofern es vorhanden ist, und welches für einen relativ frühen Beginn der Krankheit im Hundeleben verantwortlich ist.

Beim CfBrH ist eine Zuchtzulassung nur für Hunde mit nachweislicher PRA-Freiheit
möglich!


 

Ich habe in diesem Aufsatz versucht die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zu nennen, mit den Worten die auch ein medizinisch nicht ausgebildeter Mensch versteht.

Ich erhebe keinerlei Anspruch an Vollständigkeit oder auf medizinisch allumfassende bis ins kleinste Detail gehende Korrektheit,

obwohl ich sehr sorgfältig recherchiert habe.

 

Beate Größer, im Juli 2010

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 16. November 2010 um 07:23 Uhr
 

Degenerative Myelopathie (DM)

E-Mail Drucken PDF

Der Formenkreis der Degenerativen Myelopathien, kurz DM

Das Ergebnis des Gentests auf eine Mutation des SOD1-Gens bei Cardigan Corgis umschreibt grob das heute abschätzbare Risiko des Cardigan Corgis, an DM zu erkranken, wenn er sehr alt ist. Es zeigt auf, ob und in welcher Konstellation das zum heutigen Zeitpunkt einzige erkannte Gen, welches mit DM in Verbindung gebracht werden kann, bei dem Hund vorhanden ist. Dazu wird ein Test genommen, der für den Pembroke Welsh Corgi gemacht wurde. Der Pembroke ist aber eine andere Hunderasse. Er wird nur oft zusammen mit dem Cardigan abgehandelt. Das ändert aber nichts daran, dass der Pembroke andere Gene hat wie der Cardigan. Der Cardigan zeigt schon allein von der Häufigkeit und dem Erkrankungsalter ein ganz anderes Bild als der Pembroke. Ein an DM erkrankter Cardigan ist eine große Seltenheit. Ob es dann wirklich DM war oder eventuell ein altersbedingstes Bandscheibenleiden, welches die Hinterhandlähmung verursachte, kann nur der Pathologe klären.

Da die SOD1-Mutation der bis heute einzige erkannte Faktor ist, mit dem man das Krankheitsrisiko glaubt erahnen zu können, wird er als Hauptrisikofaktor bezeichnet.

Das bei dem sogenannten "DM-Test" gesuchte mutierte Gen ist aber nicht der einzige Faktor, der zur Erkrankung führt. Daher ist es schlicht falsch, zu behaupten, man könne sicher sein, ein Hund der das mutierte SOD1-Gen nicht in seinem Erbgut trägt, würde nie an einer dem Formenkreis der Degenerativen Myelopathien zugehörigen Krankheit, kurz DM genannt, erkranken.

Das Ergebnis des sogenannten "DM-Testes" ist auch keine Diagnose, kein "Krank" oder "Gesund". Es ist lediglich eine vage Zukunftsvorhersage und wird oft fälschlicherweise als Gesundheits-Endergebnis vollkommen überbewertet.

Es ist bereits wissenschaftlich belegt, dass viele Hunde, welches das mutierte SOD1-Gen affected, also DM/DM, in sich tragen, nie an DM erkranken.

Ein Gentest auf das Vorhandensein der Genmutation des SOD1-Gens, ist  kein medizinischer Gesundheitstest. Das Testergebnis ist eine Richtlinie für Züchter, zur Zusammenstellung von Verpaarungen, um möglichst keine Hunde mit dem Genstatus SOD1-DM/DM zu züchten, um den bis jetzt einzigen bekannten Risikofaktor mit der Zeit auszusortieren.

Vollkommen unsinnig ist das Verhalten der Leute, die einen Hund wegen seines Gentestergebnisses beim sogenannten DM-Test, als zur Zucht brauchbar oder unbrauchbar einstufen wollen. Solchen Leuten wird dringend empfohlen, sich ernsthafter und genauer zu informieren!

Es ist nicht die Diagnose einer Erkrankung an DM, sondern die Größenangabe des Risikos des Hundes grob geschätzt im Alter an Hinterhandschwäche zu erkranken. (Ca. ab dem 12. Lebensjahr herum beim Cardigan Corgi, oft auch erst später wenn er überhaupt so alt wird.) Es ist ein kleines Puzzlestückchen eines ganzen Bildes, das noch niemand vollständig gesehen hat.

 

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich zitiere hier einen Teilabschnitt aus einem Schreiben von Herrn Oberarzt Martin Schmidt, Leiter der Neurologie an der Klinik für Kleintiere an der Justus-Liebig-Universität Giessen:

Zitat:

Der Gentest, welcher zur Zeit in den USA angeboten wird, muß mit großem Vorbehalt beurteilt werden. Es ist nicht anzunehmen, dass alle Hunderassen den gleichen Gendefekt haben.

So unterscheidet sich zum Beispiel das histopathologische Bild, also die Verteilung und die Art der Degeneration der Nervenfasern in der mikroskopischen Untersuchung, so dass schon von der Pathologie nicht auf eine einheitliche Erkrankung zwischen z.B. dem Barsoi und dem Deutschen Schäferhund geschlossen werden kann. Der DSH und der Hovawart haben zwar ein sehr ähnliches histopathologisches Bild, allerdings lässt sich trotzdem nicht darauf schließen, dass sie den gleichen Gendefekt haben.

Es ist darüber hinaus auch möglich, dass zwar das gleiche Gen, dieses aber an einer anderen Stelle defekt ist.

Daher ist dieser Universal-Gentest für alle Hunderassen zurzeit nicht zur Selektion von Tieren zu empfehlen.

Zitatende.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Herr Dr. Prof. Tasso Leeb, Uni Bern, schrieb mir auf meine Anfrage hin folgendes:

Sehr geehrte Frau Grösser,

 

die SOD1-Mutation ist eine schwierige Angelegenheit, die auch unter Wissenschaftlern noch nicht völlig klar ist. Es scheint so zu sein, dass die SOD1-Mutation das Risiko für DM erhöht (in vielen Rassen), aber alleine nicht ausreichend ist, damit DM tatsächlich ausbricht. Ich rate von der Verwendung des SOD1-Gentests für konkrete Zuchtentscheidungen ausserhalb der Pembroke Welsh Corgis im Moment ab, weil die Frequenz des schlechten SOD1-Alleles in vielen Rassen sehr hoch ist und man so unnötigerweise zu viele Hunde aus der Zucht ausschliesst. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Jahren verbesserte Tests für DM entwickelt werden. Die Universität von Uppsala (Kerstin Lindblad-Toh) und auch wir forschen daran.

 

Mit den besten Grüssen

Tosso Leeb

 

--

Prof. Dr. Tosso Leeb

Institute of Genetics

University of Bern

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Aussage "der Hund ist DM-frei" besagt nichts weiter, als "der Hund ist nicht an einer des Formenkreises der Degenerativen Myelopathien zugehörigen Krankheit, erkrankt. Der Hund kann trotzdem vom Genstatus her "SOD1-At Risk" sein. Er ist aber nicht an DM erkrankt. Ergo: DM-frei. Aussagekräftig wäre: "Der Hund hat den SOD1-Mutations-Genstatus...N/N oder DM/N oder DM/DM. So wie es auch auf dem Attest der Firma Laboklin zu lesen ist, wenn sie den Hund getestet hat. Da es in einem Wurf verschiedene Welpen mit verschiedenen SOD1-Mutations-Befunden gibt, sprich nicht jeder Welpe den gleichen Status erbt, ist für den Welpenkäufer sowieso nur der Status seines Welpen von Intresse. Den gleichen SOD1-Mutationsstatus bei allen Welpen eines Wurfes, erwartet man zur Zeit bei Elterntieren, die beide N/N getestet wurden. Diese Tiere haben große Chancen nie an DM zu erkranken, aber garantieren kann das keiner. Noch nicht. Der das mutierte SOD1-Gen aktivierende Faktor ist noch vollkommen unbekannt. Es kann auch durchaus sein, dass es eine zweite Genmutation gibt, welche das Erkranken an einer DM; trotz Genstatus DM/DM, verhindert. Dann wäre der Test der lediglich die SOD1-Mutation zeigt, weniger aussagekräftig als von einigen Leuten gedacht. Wie oben gelesen, ist die Erforschung der Vererbung einer DM noch in vollem Gange und nicht mit dem Erfinden des SOD1-Mutations-Test abgeschlossen. Auch kann man einen Test nicht mit dem "Gieskannenprizip" auf alle Hunderassen anwenden, wenn er urprünglich für eine einzige Rasse entwickelt wurde. Wie können alle Hunderassen die gleichen Gene haben? Es muß für jede Rasse ein speziell angepaßter Test verwendet werden. Ein Pembroke Corgi ist eine andere Rasse als ein Cardigan Corgi! Man verwendet ja auch nicht den Test der für den Deutschen Schäferhund angepaßt wurde für den Cardigan Corgi, nach dem Motto, "Hütehund ist Hütehund".

Da es auch für einen Welpenkäufer eher weniger intressant ist, ob sein Hund vom SOD1-Status her nun N/N oder DM/N ist , wären wir wieder bei der Frage des Sinns eines solchen Testes.

Selbst wenn der Welpenkäufer später mit dem Hund züchten will, und der Welpe DM/DM getestet wurde, wird er zusammen mit einem N/N getesteten Hund nur DM/N getestete Welpen hervorbringen. Also Welpen mit geringem Risiko im Alter zu erkranken.

Sinn und Unsinn dieses Tests für Cardigan Corgis beurteilt jeder anders. Da es bei Cardigan (!!) Corgis sehr, sehr selten zu dem Ausbruch einer DM kommt, gibt es vom Zuchtverband her zur Zeit keine gültige Vorschrift, außer der allgemeingültigen Vorschrift, gesunde Hunde zu züchten und Erbkrankheiten die das Leben des Hundes erheblich einschränken zu vermeiden. Ein Genstatus der lediglich eine Risikogrößenangabe darstellt,  im hohen Alter zu erkranken, belastet den Hund nicht. Wer wissen will, ob sein Welpe nach dem heutigen Stand der Wissenschaft (!) ein sehr geringes (N/N) oder ein geringes (DM/N) Risiko hat in zwölf Jahren zu erkranken, kauft einen getesteten Welpen. Das schützt ihn aber nicht davor, dass sein Hund erkrankt. Eine gesunde Fütterug und eine artgerechte Haltung sind eine bessere Gesundheitsvorsorge als das Wissen des Halters um eine theoretische Größenangabe.

Wenn ein Cardigan (Nicht Pembroke!) Corgi mt 12 Jahren die ersten Krankheitsanzeichen, also leichte und schmerzlose Gangunsicherheit, zeigt und mit 14 Jahren dann nicht mehr laufen kann, ist er so alt, daß jede andere Alterskrankheit die DM als letalen Faktor mühelos überholen kann und der Hund den vollständigen Ausbruch der Krankeit DM eventuell aus Altersgründen nicht mehr erlebt! Das durchschnittliche Lebensalter eines Cardigans liegt bei 12 Jahren. Hunde die älter werden haben so oder so altersbedingte Einschränkungen. Hier ist einfach gesunder Menschenverstand gefordert, wenn man sich ein realistisches Bild machen möchte.

DM ist ein Sammelbegriff für Erkrankugen des Rückenmarks, bei denen die Informationsleitung vom Gehirn zur Hinterhand des Hundes, und umgekehrt, langsam zerstört wird.

Es wird von einigern Tierärzten als "Alterskrankheit" mit einem erblichen Risikofaktor angesehen.

(Beim Deutschen Schäferhund beginnt es durchschnittlich mit 8 Jahren, wenn er erkrankt. Man kann nicht verschiedene Hunderassen pauschalisieren.)

Bis zur vollständigen Lähmung der Hinterhand dauert es durchschnittlich bis zu zwei Jahre.

DM ist schmerzfrei !! Das ist der große Unterschied zu einem Bandscheibenvorfall, der sehr schmerzhaft ist, und bei einem Hund mit langem Rücken zuerst gerne vermutet wird, wenn Probleme auftauchen.

DM beschreibt keine Krankheitsform die nur Corgis betrifft und kommt bei Rassehunden anderer Rassen ebenso vor wie bei Mischlingen. Allerdings beginnt sie beim Cardigan Corgi erst im hochbetagten Alter!

Die Diagnose am lebenden Hund ist schwierig und nur im Ausschlußverfahren zu erahnen.

Alle ähnlichen Krankheiten müssen ausgeschlossen werden.

Eine endgültige Diagnose gibt es leider meißt erst bei der Obduktion des verstorbenen Hundes.

Zur Zeit werden Verfahren erforscht und getestet, mit denen man DM am lebenden Hund mittels einer Gewebeprobe, gewonnen durch eine Muskelbiopsie, diagnostizieren können soll.

Erkrankungen aus dem Formenkreis der Degenerativen Myelopathien beginnen mit Unsicherheit in der Bewegung der Hinterhand, wackeligem Laufen, Füße nachziehen, stolpern.

Wenn die Zerstörung des Rückenmarks weiter fortgeschritten ist, kommt es zur Lähmung der Hinterhand.

Der an DM erkrankte Hund ist und bleibt geistig vollkommen klar. Es sind keine Fälle bekannt, bei denen an DM erkrankte Corgis Wesensveränderungen erlitten, wie es zum Beispiel bei krebskranken Hunden aufgrund der Schmerzen und Hirnmetastasen zu Verwirrtheit und Bissigkeit kommen kann.

Der Hund zeigt nach wie vor Lebensfreude.

DM verändert den Character des Hundes nicht.

Der Wissenschaft ist es vor kurzem gelungen, zu erkennen, daß eine defekte Genart, eine Mutation des SOD1-Gens, mit dem man das Risiko eines Hundes an DM zu erkranken grob abschätzen kann, bei Krankheiten mit den Symptomen der DM, anwesend ist.

Die Mutationen des SOD1-Gens sind vom Aufbau her anders gefaltet als das gesunde Gen. Es besteht die Vermutung, dass das gefaltete Gen für die Nervenzelle giftig ist. Die Wissenschaft geht aber zugleich davon aus, dass noch eine andere Ursache als "nur" die SOD1-Genmutation vorliegen muß. So zum Beispiel ein Gift welches sich im Laufe des Hundelebens im Hundekörper ansammelt und wenn der Hund "lange genug gesammelt hat", sprich ein gewisses Alter erreicht hat, wird eine Schwelle im Mengenbereich überschritten, die die Nervenzelle langsam vergiftet und irreparabel schädigt.

Ein mutiertes SOD1-Gen wird unvollständig penetrant rezessiv vererbt, dass heißt, es kann mittels Gentest folgendes Risiko zu erkranken diagnostiziert werden:

DM- frei (= DM clear, N/N). Das defekte Gen wurde in der DNS des untersuchten Hundes nicht gefunden und zum heutigen Zeitpunkt gehen einige Wissenschaftler davon aus, daß der getestete Hund weder an DM erkrankt, noch das defekte Gen vererbt. Aber nur weil bis jetzt kein weiterer Faktor gefunden wurde, welches ebenfalls bei DM anwesend ist. Zum Beispiel ein anderes mutiertes Gen oder ein Giftstoff, welches das mutierte SOD1 erst aktiviert.

 

DM- Träger (= DM-Carrier, N/DM). Das defekte Gen ist gleichzeitig mit der gesunden Form des SOD1-Gens in der DNS des untersuchten Hundes vorhanden.

Der Hund hat ein sehr geringes Risiko an DM zu erkranken, kann aber die Kombination gesundes und defektes Gen, also die Genkonstelation für ein geringes Risiko, an seine Nachkommen weitergeben. Kann, muß aber nicht.

 

DM-Risikoträger (=DM-At Risk, DM/DM). Der Hund ist nicht an DM erkrankt, also streng genommen von der Aussage her, ebenfalls DM-frei! Er hat aber ein höheres Risiko zu erkranken und vererbt das defekte Gen zu 100% weiter. Viele DM-at-risk-Cardigan Corgis werden nie erkranken, weil sie schlichtweg vorher an einer anderen Alterserkrankung sterben.

Ein At-Risk-getesteter Hund kann zusammen mit einem SOD1-Mutation-frei getesteten Hund problemlos zur Zucht genommen werden, weil rein rechnerich daraus nur SOD1-Carrier-Welpen entstehen.

Wie gesagt, wir sprechen hier vom DM-Risiko des Cardigan Corgis. Pembroke Corgis erkranken früher, wenn sie erkranken. Pembroke Corgis erkranken so um das achte Lebensjahr herum.

 

DM-Erkrankt (= DM-Affekted). Der Hund ist mit Sicherheit an DM erkrankt. Diese Diagnose stelt der Pathologe fast immer erst zweifelsfrei, wenn der Hund bereits verstorben ist.

 

Nur noch DM-freie Tiere zur Zucht zu verwenden, würde bei einem so kleinen Bestand wie bei dem Welsh Corgi, den Genpool insgesammt so sehr verkleinern,daß mit den wenigen verbliebenen Tieren keine verantwortungsvolle Zucht mehr möglich wäre, denn es gibt ja noch einige Faktoren mehr, die stimmen müssen, damit ein Hund zur Zucht eingesetzt werden kann.

Nur SOD1-Mutant-frei macht noch lange keinen guten Zuchthund aus und ist auch keine Garantie, dass der Hund nie an einer Degenerativen Myelopathie erkranken wird! Erst muß der Erbang und überhaupt die Größe der erblichen Beteiligung bei den Krankheiten des Formenkreises der DM vollständig geklärt und erforscht sein, bevor man da irgendwelche Garantien aussprechen kann!

Zur Zeit sind fast 50% der getesteten (nicht aller!) Cardigan Corgis "Carrier", haben also nur ein geringes Risiko an DM zu erkranken. Die meißten Cardigan Corgis wurden erst garnicht getestet, da der Sinn des Testes umstritten ist.

Der Erbgang von DM ist sehr komplex und noch garnicht richtig erforscht.

Da nicht jeder DM/DM-getestete Hund auch krank wird, ist deutlich, daß der Erbgang von DM nicht identisch ist mit dem Erbgang von PRA. Ein PRA/PRA-getesteter Hund erkrankt auch an PRA.

Laut dem Labor "Laboklin" in Bad Kissingen zeigt das kranke Gen eine alterabhängige unvollständige Penetranz.

Das heißt grob übersetzt, es werden nur sehr alte Welsh Corgi Cardigans krank und nicht jeder DM/DM-getestete Hund erkrankt auch an DM.

"Unter unvollständiger Penetranz versteht man die Erscheinug, wenn ein dominantes Allel, meißt in mischerbiger Kombination, sich nicht im Phänotyp ausprägen kann. Die Ursachen die zu einer derartigen unvollständigen Penetranz führen, sind noch nicht vollständig geklärt Es gibt Annahmen, dass ein derart unvollständig dominant wirkendes Allel weitere zusätzliche genetische Reaktionen erfordert, die unter Umständen am Genlocus für andere genetische Abläufe gebunden sind." (Quelle: Das Buch von Dr. Friedmar Krautwurst: Praktische Genetik für Hundezüchter, Seite 49)

"Wenn von zwei Allelen eines das andere unterdrückt, so dass dieses phänotypisch nicht zur Wirkung kommen kann, dann bezeichnet man das überdeckende als dominant und das unterdrückte als rezessiv." (Quelle: Dr. Friedmar Krautwurst: Praktische Genetik für Hundezüchter, Seite 39)

Ein mutiertes SOD1-Gen wird unvollständig penetrant rezessiv vererbt.

Ein "At Risk" muß im Alter nicht zwangsläufig erkranken, auch wenn er ein höheres Risiko trägt.

Das bislang erkannte defekte Gen ist laut Forschung mit großer Wahrscheinlichkeit nur eines von mehreren Genen, die bei der Vererbung von DM eine Rolle spielen.

Auch kann bis heute noch niemand sagen, ob und wenn ja welche Faktoren den Ausbruch einer Krankheit aus dem Formenkreis "DM" (Degenerative Myelopathien) auslösen.

Ein zweites mutiertes Gen welches das mutierte SOD1 aktiviert oder bestimmte Stoffe im Körper, die sich im Laufe des Lebens dort angesammelt haben, Kupfer zum Beispiel, die eine Entzündung im Körper auslösen, sind im Verdacht.

Auch hier gilt der Mechanismus des  vorherigen Aktivierens eines kranken Genes, um die Krankheit zu Tage treten zu lassen.

Den Rechenmodellen der Genetiker die besagen, ein SOD1-Carrier mit einem SOD1-freien Hund gepaart, ergibt 50% Carrier und 50 % Freie, folgt die tatsächliche Genverteilung der Realität auch nicht immer unbedingt.

Einige Wissenschaftler sprechen von "DM" als "Autoimmunerkrankungen mit erblichem Faktor".

Für Züchter ist das Testergebnis ein wertvoller Hinweis zur Planung von Welpen mit möglichst gesunden Genen.

Die Verantwortung liegt bei jedem Züchter persönlich, seine Würfe möglichst gesund zu planen. Wie weit man sich da gedanklich in theoretische Zukunftsmodelle begibt, muß jeder selber entscheiden. Man kann alles sehr gewissenhaft planen, ist aber auch vor Übertreibungen nicht gefeit, wenn man das Gesammtbild aus den Augen verliert.

Ein Ergebnis des heute auf dem Markt angebotenen DM-Testes ist ein Hinweis, was passieren könnte wenn der Cardigan Corgi sehr alt ist. Es ist  keine sichere Diagnose zur Zukunftsvorhersage.

Sozusagen die Größenangabe eines von mehreren Risikofaktoren im hohen Alter an DM zu erkranken, der oft überbewertet wird, weil es der einzige bis heute sicher erkannte Faktor von mehrerenen Faktoren ist.

Ein Hund mit dem Gentestergebnis DM/DM ist nicht automatisch an DM erkrankt. Er ist streng genommen DM-frei, solange er nicht erkrankt ist. Er wird vielleicht nie erkranken. Er hat aber ein höheres Risiko im Alter zu erkranken, als ein DM/N (Carrier) getester Hund, bei dem das Risiko sehr gering ist.

Es bleibt zum Schluß nur der große Wunsch an die Wissenschaftler, den Formenkreis dieser Krankheit so schnell wie möglich weiter zu durchschauen, um mehr Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Und noch einmal deutlich: DM kann bei jeder Hunderasse und jedem Mischling auftreten. Es ist keine "spezielle Corgi-Krankheit"! Allerdings tritt es beim Cardigan Corgi erst im hohen Alter auf, während andere Rassen viel früher Erkrankungen an DM zu beklagen haben.

Cardigan Welsh Corgis erkranken, wenn sie erkranken, erst im hochbetagten Alter.

Es gibt nicht "das DM-Gen". Das mutierte SOD1-Gen, welches das DM-Risiko grob umschreibt, ist nur eines von mehreren Auslösern, welche für DM verantwortlich sind, aber leider noch nicht alle erkannt wurden.

Es gibt noch nicht einmal "die SOD1-Gen-Mutation". Es gibt über 100 verschiedene Mutationen des SOD1-Gens und alle verursachen die Symptome der Degenerativen Myelopathie.

Zitat: More than 100 SOD1 mutations that cause type 1 amyotrophic lateral sclerosis have been identified. Quelle siehe nächste Zeile.

Hier Nachzulesen: http://ghr.nlm.nih.gov/gene/SOD1

Ein mutiertes SOD1-Gen ist nur einer von mehreren Risikofaktoren und nicht DAS DM-GEN!

Bei der ALS der Menschen, welche der DM bei Hunden fast gleich ist, sind bereits mehrere Gen-Mutationen entlarvt worden, welche die Krankheitssymtome auslösen. Warum soll es nun bei der DM der älteren Hunde nur diese eine Mutation des SOD1-Gens als auslösenden Faktor geben?

Bitte lesen die nachfolgende sehr interessante Folie. Weiter unten wird der "Verwandheitsgrad" der caninen DM mit der humanen ALS genannt. Bitte klicken Sie diesen Link an:

http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=20&ved=0CGkQFjAJOAo&url=http%3A%2F%2Fwww.als-vereinigung.ch%2Fdownloads%2Fb_was%2F20100319_MND_Symp_2009_Berlin.pdf&rct=j&q=Degenerative%20Myelopathie%20Neue%20Forschungen&ei=E2aLTeqeOZiG4gaTwIWnDg&usg=AFQjCNEjKp9NuHovDeLb553kFs6cjBSEgA&sig2=WiVdWhNeFiKBQw7CkZhExg&cad=rja

Eine Enttarnung der Beteiligung  von SOD1-Genmutationen in der Erforschung der Erkrankung "DM" ist ein ein wichtiger wenn auch kleiner Schritt in dem Kampf gegen die Krankheit.

Keine Wissenschaft ist so schnell im Wandel wie die Genetik. Was heute als gesichert gilt wird morgen angezweifelt, weil neue Fakten erkannt wurden.

Halbweisheiten über "DM" von selbsternannten Fachleuten, die nie in der Forschung tätig waren, als selbsterfunde Gesetze in die Menge geworfen, tragen nicht zur wissenschaftlich korrekten Aufklärung bei.

Jeder verantwortungsvolle Züchter bildet sich weiter und hält sich auf dem neuesten Standpunkt was die Forschung für Genetik als Ergebnis ihrer Forschungen veröffentlicht.

Jeder verantwortungsvolle Mensch der sich ernsthaft mit der Hundezucht beschäftigt, aber nicht in der Genforschung arbeitet, ist gehalten sich an die publizierten Ergebnisse der Forscher zu halten und nicht an die nur all zu menschlische, aber leider nicht zu bremsende Gerüchteküche!

Ein mutiertes SOD1-Gen ist einer von mehreren Risikofaktoren. Aber es ist nicht DAS DM-GEN.

Gerade bei einer Hunderasse mit sehr kleinem Genpool, wie dem Cardigan Corgi, schadet ein Tunnelblick in Richtung mutiertes-SOD1-Gentest und den Rest ignorieren eher.

Ein intressanter Artikel über DM beim Hund ist auch folgender Bericht:

Degenerative Myelopathie bei Hunden: Neues zur Diagnose, Pathogenese und Behandlung
Thomas Flegel, Dr.med.vet., DECVN, DACVIM (Neurology) Leipzig, Deutschland
zu findern unter:

Es gibt bei uns Menschen eine Krankheit, welche der DM des Hundes ähnlich ist. Einen sehr informativen Bericht darüber ist hier zu finden:

http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.als-charite.de/Portals/6/Medien/UserPics/sod1_neu.jpg&imgrefurl=http://www.als-charite.de/VM/DieALS/Ursache/Famili%25C3%25A4reALS/tabid/235/Default.aspx&usg=__JdgzcczKq3xzL1hgIszBxSSfp2Q=&h=245&w=490&sz=44&hl=de&start=51&sig2=WYfpCUqL3ivFByvpJvww9w&zoom=1&itbs=1&tbnid=BsExXIQQi0Y5yM:&tbnh=65&tbnw=130&prev=/images%3Fq%3DSOD1%26start%3D36%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26sa%3DN%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26gbv%3D2%26ndsp%3D18%26tbs%3Disch:1&ei=6wrhTIXzGpDKjAfrgMnHAQ

Auch bei der ALS des Menschen herrscht noch viel Bedarf an Forschungsarbeit.

Wer einen genetisch SOD1-At-Risk getesteten Welsh Corgi Cardigan hat, hat erstmal einen gesunden Hund, der nicht automatisch krank ist. Der Hund hat aber ein hohes Risiko an DM zu erkranken wenn er alt ist. Alte Hunde haben immer ein höheres Risiko zu erkranken. Ob es nun das alte Herz ist das schwächelt oder ein anderes altersbedingtes Leiden auftritt. Ein Gentestergebnis auf SOD1 beschreibt die Wahrscheinlichkeit, die Größe des Risikos an DM zu erkranken.

Eine SOD1-Mutations-Gentest-Hysterie ist ein "übers Ziel hinausschiessen". Noch sind die anderen Risikofaktoren nicht erkannt. Erst muß erforscht werden, warum der eine SOD1-Mutation-DM/DM getestete Hund erkrankt, ein anderer SOD1-Mutation-DM/DM getesteter Hund aber ohne zu erkranken steinalt wird.

Vielleicht liegt ja in dem noch nicht erkannten Faktor die händeringend gesuchte Heilungschance. Die Kupferspeicherkrankheit beim Menschen ist wenn sie rechtzeitig erkannt wird mit Medikamenten gut heilbar, unerkannt aber immer tödlich. Wenn sich nun herausstellt, dass eine Ansammlung eines Giftstoffes im Hundekörper tatsächlich der Faktor ist, der das mutierte SOD1-Gen aktiviert, und dieser Giftstoff tatsächlich eine Überdosierung in Folge einer Ansammlung von Kupfer im Hundekörper ist, kann man dies medikamentös beeinflussen und das mutierte SOD1 verliert an Schrecken. Dies ist ein Ansatz von mehreren, den die Genforschung zur Zeit verfolgt.

Lesen Sie bitte diesen Denkansatz, den ich im www gefunden habe:

http://www.drc.de/gesund/cbr-dm.html

Hier noch ein Link mit Informationen:

http://www.generatio.de/de/index.php?we_objectID=120&pid=1

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle Genforscher, die ihre Forschungsergerbnisse für uns "Genforschungslaien" zum lesen ins Netz stellen, was mir die Möglichkeit gibt, auf diese Forschungsergebnisse, natürlich immer mit Quellenangebe, hier aufmerksam zu machen!

Nochmal deutlich: Im Text oben ging es um den Cardigan Corgi! Nicht um den Deutschen Schäferhund, nicht um den Pembroke Corgi, nicht um irgendeine andere Hunderasse. Jeder Hund kann an DM erkranken, aber jede Rasse hat andere Faktoren was Häufigkeit und Ausbruchsalter angeht. Für den Pembroke Corgi ist vor ca. einem Jahr ein Test neu auf den Markt gekommen mit dem man das sowieso schon geringe Erkrankungsrisiko noch etwas genauer einschätzen kann. Der Sinn dieses Testes beim Cardigan Corgi ist umstritten. Da der Test aber recht neu ist, ist er im Gespräch.

www.rsv2000.de/.../2011_05_10_DegenerativeMyelopathie_von_Martin_Schmidt.pdf

Sicher ist es wunderbar, zu wissen, dass mit der SOD1-Mutation ein großer Risiofaktor für DM erkannt wurde. Dewegen ist es aber nicht sicher, ob wirklich alle Hunde die in ihrem Erbgut keine SOD1-Mutation aufweisen, nie an DM erkranken. Die SOD1-Mutation ist zur Zeit als Hauptrisikofaktor in aller Munde, weil es zur Zeit der einzige Risikofaktor ist, der sicher erkannt wurde. Die Suche nach den anderen auslösenden Faktoren läuft auf Hochtouren. Forschung ist nicht nur langwierig sondern auch teuer. Ein Teil der Kosten kommt durch den Verkauf der Tests wieder herein. Dieses Geld wird dringend gebraucht, um in unserem Sinne weiterforschen zu können. Es ist also auch in unserem Interesse, wenn der Gentest, der die SOD1-Mutation entlarvt, gut verkauft wird. Nur dürfen im Umkehrschluß die DM/DM-getestenen Hunde nicht als schwer krank bezeichnet werden. Sie haben lediglich einen höheren Risikofaktor zu erkranken. Um wieviel höher, wissen wir zur Zeit nicht. Erst muß weiter geforscht werden. Krankheiten mit multifaktoriellen Ursachen sind wie ein Puzzle. Um das ganze Bild beurteilen zu können, muß man alle Puzzleteile kennen. Die Beteiligung der SOD1-Mutationen sind ein großes Puzzleteil, aber eben nur ein Teil. Ein großer Fortschritt, aber eben nicht das Gesamtbild. Die anderen Mitspieler im Risikofaktorenset müssen erst mit Namen und Schweregrad erkannt und genannt werden können. Da aber fast alle DM/DM-getesteten Cardigan Corgis an Alterschwäche versterben, ehe sie an DM erkranken, ist das nicht so einfach zu erforschen.

Es sollte vermieden werden, Cardigan Corgis und Pembroke Corgis als eine Hunderasse anzusehen. Wären es Vertreter der selben Rasse, könnte man sie auch problemlos untereinander mischen und immer das gleiche Ergebnis erhalten. Es sind aber zwei verschiedene Rassen und deshalb werden sie auch getrennt gezüchtet, in getrennt geführten Zuchtzbücher, mit getrennten Vorteilen und Nachteilen bei der Vererbung. Die Erbkrankheiten der einen Rasse sind nicht zwangsläufig auch das Problem der anderen Rasse. Die Zuchtvereine aller Länder haben sich schon etwas dabei gedacht, als sie für beide Rassen verschiedene Zuchtbücher anlegten. Selbst einem Laien reicht nur ein Blick auf die Hunde, um zu sehen, dass es sich um zwei verschiedene Rassen handelt, auch wenn es beide "Cor-gis", also "kleine-Hunde" handelt. Trotzdem gibt es bei der "DM" einige Gemeinsamkeiten, die bei allen Hunderassen zutrifft. Der DRC hat hierzu eine Seite ins Netz gestellt, die ich für sehr informativ halte:

http://www.drc.de/gesund/cbr-dm.html

Ein Hund mit dem Genstatus N/DM ist genauso gesund wie ein Hund mit dem Gestatus N/N. Beide haben ein eher geringes Risiko aufgrund einer SOD1-Mutation (!) an einer Krankheit des Degenerativen Formenkreises zu erkranken. Ein Cardigan Corgi mit dem Genstatus SOD1-DM/DM hat zwar ein höheres Risiko zu erkranken, muß aber nicht zwangsläufig an einer DM erkranken. Wenn ein Cardigan Corgi an einer DM erkrankt, dann erst im sehr hochbetagten Alter. Da die Krankheit schleichend verläuft, wird der Cardigan Corgi eher an Altersschwäche sterben, bevor eine DM ihn ernsthaft behindern kann.

Ein Corgi ist ein großer Hund auf kurzen Beinen. Wenn ein Deutscher Schäferhund zehn Jahre alt ist, darf er Alterskrankheiten bekommen ohne dass seiner Rasse schlechtes Erbgut angedichtet wird. Ein Corgi ist kein Zwergdackel, auch wenn er bis zu zwölf Jahre alt werden kann, wird er mit zehn Jahren ein alter Hund sein.

Ein Corgi, egal ob Cardigan Corgi oder Pembroke Corgi, ist mit zehn Jahren ein alter Hund. Alte Hunde bekommen Alterskrankheiten. Dazu gehören auch Krankheiten aus dem Formenkreis der Degenrativen Myelopathien. Der Gentest auf die SOD1-Mutation umschreibt lediglich die Größe des Erkrankungsrisiko. Deswegen mus der Hund aber noch lange nicht an DM erkranken.

 

Ich habe in meinem Aufsatz versucht die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft, mit allen notwendigen Quellenangaben zu nennen, mit den Worten die auch ein medizinisch nicht ausgebildeter Mensch versteht.

Ich erhebe keinerlei Anspruch an Vollständigkeit oder auf medizinisch allumfassende bis ins kleinste Detail gehende Korrektheit, obwohl ich sehr sorgfältig recherchiert habe.

 

Beate Größer, im August 2011

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 22. Januar 2012 um 16:55 Uhr