Welsh Corgi Cardigankennel

aus dem Feenring...

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Degenerative Myelopathie (DM)

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Wichtige Fakten in Stichpunkten, also sozusagen eine kleine Zusammenfassung zum Text unten, hier ohne Quellenangaben. Quellen stehen in der ausführlichen Version unter der Kurzform. Hier sozusagen "DM in Kürze für eilige Leser"

- Das Ergebnis des sogenannten "DM-Testes" ist keine Diagnose, kein "Krank" oder "Gesund".

Deswegen haben wir unsere Hunde zwar ebenfalls testen lassen, sehen die Testergebnisse aber nur als das an was sie sind, nämlich Empfehlungen für die Entscheidung der Zusammenstellung von Zuchtverpaarungen. Die Testergebnisse sind nur für den jeweiligen Züchter selber interessant, zu Planungszwecken.

(Das Testergebnis umschreibt lediglich grob die zu erwartende Größe eines theoretischen Risikos im Alter aufgrund einer SOD1-Mutation an einer DM zu erkranken und wird als Hilfe für Züchter gesehen ihre Würfe zu planen, um dieses theoretische Risiko der SOD1-Mutation eventuell aus der Welt zu schaffen.) Nachgewiesen wird nur eine SOD1-Mutation, also ein Risikofaktor der mit der DM in Verbindung gebracht wird, nicht eine eventuelle Erkrankung oder ein mit Gewissheit krankheitsverursachender Faktor. Es wird ein Faktor gesucht, von dem man vermutet, er stehe in Verbindung mit der Erkrankung an einer DM. Wie bei vielen Dingen im Leben wurde von übereifrigen Mitmenschen schnell aus der Vermutung eine Behauptung gemacht und nun findet man selbst auf Homepages von Züchtern die es eigentlich besser wissen müßten, die Behauptung, die bei dem "DM-Test" gefundenen Ergebnisse seien Gesundheitstestergebnisse.

Ich zitiere die Beschreibung des "DM-Tests" auf der HP von LaboKlin, in Bad Kissingen:
Erbgang autosomal-rezessiv mit altersabhängiger unvollständiger Penetranz; Nachgewiesen wird ein Risikofaktor, der mit der DM assoziiert ist. Zitat Ende

Natürlich wäre es wunderbar, wenn man nur die SOD1-Mutation aus einer Rasse herauszüchten müßte und schon würden keine Hunde dieser Rasse mehr an einer Degenereativen Myelopathie erkranken. Aber leider ist Genetik nicht so einfach wie ein Kindermärchen und deshalb ist die Degenerative Myelopathie auch nicht nur EINE Krankheit sondern ein ganzer Formenkreis von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen. Die SOD1-Mutation ist nur ein einzigiger Faktor von vielen, eventuell eine DM begünstigenden Faktoren, mit Mitspielern und Gegenspielern.

- Ein Gentestergenis "DM: N/N", also "frei" (frei von der Genmutation des SOD1-Gens) bedeutet nicht dass der Hund nie an einer DM erkranken kann. Er kann nur nicht aufgrund einer SOD1-Mutation an einer DM erkranken. Er kann sehrwohl aber aufgrund anderer Faktoren an einer DM erkranken.

- Von allen Hunden aller Rassen mit dem Gentestergebnis: "at risk", erkranken durchschnittlich ca. 5%.

Bei den Cardigan Corgis sind es rein statistisch 0,62% aller sehr alten Hunde ab dem 12. Lebensjahr, die erkranken könnten:

Laut der Statistik der OFA vom Dezember 2012 sind 12,4% aller Cardigans "at Risk". Wenn nun 5% davon erkranken würden, dann wären das 0,62% von allen Cardigan Corgis. Also erkranken rein statistisch noch nicht einmal ein Prozent aller Cardigan Corgis aufgrund einer SOD1-Mutation an DM. (http://www.offa.org/stats.html#breed )

- Falls ein Cardigan Corgi an DM erkrankt, erkrankt er durchschnittlich ab dem 12. bis 15. Lebensjahr, falls er je so alt wird.

- Ein Cardigan Corgi wird, wenn er gesund alt wird, durchschnittlich 12 Jahre alt.

- Der sogenannte DM-Test ist überhaupt nicht für die Gene des Cardigan Welsh Corgi entwickelt worden, sondern für die Gene anderer Hunderassen, zum Beispiel dem Pembroke Welsh Corgi.

Fazit: Auch Cardigan Corgis ohne SOD1-Mutation (DM N/N) können theoretisch einer DM erkranken, aber das Risiko überhaupt zu erkranken ist beim Cardigan Corgi verschwindend gering. Selbst bei Cardigan Corgis mit dem Gentestergebnis "at risk" (DM DM/DM) ist das Erkrankungsrisiko sehr klein und niemand weiß was die Erkrankung wirklich auslöst. Das Vorhandensein der SOD1-Genmutation allein löst noch keine DM aus. Es gibt auslösende Faktoren sowie Faktoren welche eine Erkrankung trotz vorhandener SOD1-Mutation verhindern und beide sind noch noch nicht wissenschaftlich genau erkannt worden bisher. Es gibt nur Vermutungen von Forschern, aufgrund von Auffälligkeiten einer erhöhten Präsens der SOD1-Mutation bei erkrankten Hunden. Diese Vermutungen werden von übereifrigen Mitmenschen zu Behauptungen gemacht und auf einmal ist der "DM-Test" im Volksmund ein Gesundheitstest. Gerüchte werden aber nicht dadurch automatisch wahr, dass man sie aus vollster Überzeugung ständig wiederholt.

Es ist fachlich vollkommen falsch, wenn man bei der Erkrankung an einer Krankheit die unter den Oberbegriff der Degenerativen Myelopathien fällt, alle Hunderassen gleich bewertet. Es gibt unzählige Hunderassen und unzählige Ursachen an einer DM zu erkranken. Jede Hunderasse ist für sich allein ganz speziell zu erforschen und zu bewerten, auch und gerade bei einer Ansammlung von Krankheitheiten, wie dem Formenkreis der Degenerativen Myelopathien. Selbst die Mutationen am SOD1-Gen ist sind nicht immer gleich. Das Gen kann an den verschiedensten Stellen verändert sein.

Das bei dem zur Zeit so populären "DM-Test" gefundene Ergebnis, ist lediglich ein Faktor der mit der Möglichkeit eines Risikos an einer DM zu erkranken in Verbindung gebracht wird und dieser Faktor hat für jede Hunderasse einen ganz anderen Wert. Während beim Deutschen Schäferhund der Risikofaktor eher als hoch angesehen werden kann ab ca. acht Jahren zu erkranken, wenn das Ergebnis "at risk" heißt, ist es beim Cardigan Corgi lediglich der Verdacht der Hund könne ab dem ca. 12. Lebensjahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,62% aufgrund einer SOD1-Mutation erkranken, wenn er den Genstatus "at risk" hat. Die meißten Cardigan Corgis sterben ab dem 12. Lebensjahr an Alterschwäche.


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Ein kleines Vorwort zur Vollversion der Informationssammlung von mir

Ich wünsche mir wirklich sehr, dass mehr Menschen sich ernsthaft mit dem Threma befassen und sich aus seriösen Quellen informieren. Sich gegenseitig über soziale Netzwerke oder private Foren Gerüchte oder gar Horrorgeschichten zu erzählen und sich gegenseitig verrückt zu machen aufgrund Aussagen von Leuten die etwas gehört haben von jemandem der etwas gehört hat, usw., schürt nur die Angst unter den Hundeleuten, trägt aber wenig zur Aufklärung bei. Es gibt inzwischen genug Aussagen und Forschungsberichte von Fachleuten an die man sich halten kann. Dieser Artikel hier soll eine kleine Informationssammlung sein, basierend auf den Aussagen und Forschungsarbeiten von Genforschern und Tierärzten die sich beruflich mit dem entsprechend hohen Fachwissen zu dem Thema geäußert haben.

Ab hier nun die ausführliche Version meiner Informationssammlung, mit Quellenangaben

Das Ergebnis des Gentests auf eine Mutation des SOD1-Gens soll theoretisch das heute abschätzbare Risiko des Hundes, an DM zu erkranken wenn er sehr alt ist, umschreiben. Es zeigt auf, ob und in welcher Konstellation das zum heutigen Zeitpunkt einzige erkannte mutierte Gen, welches mit DM in Verbindung gebracht werden kann, bei dem Hund vorhanden ist. Dazu wird ein Test genommen, der für den Pembroke Welsh Corgi gemacht wurde. Der Pembroke ist aber eine andere Hunderasse als der Cardigan Welsh Corgi. Er wird nur oft zusammen mit dem Cardigan abgehandelt.  Ob eine aufgetretenen Hinterhandlähmung wirklich DM war oder eventuell ein altersbedingstes oder krankheitsbedingtes Bandscheibenleiden (z.B. ein Rückenmarkstumor), welches die Hinterhandlähmung verursachte, kann nur der Pathologe klären.

Es ist absolut falsch zu behaupten, dass alle "DM N/N" ("DM-frei") getesteten Hunde mit Sicherheit nie an DM erkranken werden und alle DM/DM ("At Risk") getesteten Hunde mit Sicherheit erkranken werden wenn sie alt sind. 

Da die SOD1-Mutation der bis heute einzige erkannte Faktor ist, mit dem man das Krankheitsrisiko glaubt erahnen zu können, wird er als Hauptrisikofaktor bezeichnet. Die SOD1-Mutation ist halt das Einzige, was man bisher mit der Erkrankug an DM in Zusammenhang bringen konnte.

http://www.generatio.de/index.php/de/informationen/lexikon/glossary/10/Degenerative%20Myelopathie%20%28DM%29

Auch ein Hund der keine SOD1-Mutation in seinem Erbgut hat, kann trotzdem an einer dem Formenkreis der Degenerativen Myelopathien zugehörigen Krankheit erkranken. Der Begriff "Degenerative Myelopathien", kurz "DM" umfaßt viele, noch sehr wenig erforschte Krankheiten mit ähnlichem Hintergrund. Aber eben nur ähnlich.

Die Erfahrung zeigte bereits, dass selbst viele Pembroke Corgis, welches das mutierte SOD1-Gen affected, also DM/DM, in sich tragen, nie an DM erkrankten.

Das Ergebnis des sogenannten "DM-Testes" ist auch keine Diagnose, kein "Krank" oder "Gesund". Es ist lediglich eine vage Zukunftsvorhersage und wird oft fälschlicherweise von einigen Leuten als Gesundheits-Endergebnis bezeichnet.

Ein Gentest auf das Vorhandensein der Genmutation des SOD1-Gens, ist  kein medizinischer Gesundheitstest. Das Testergebnis soll eine Richtlinie für Züchter sein, zur Zusammenstellung von Verpaarungen. Mehr nicht!

Der "DM-Test" liefert nicht die Diagnose einer Erkrankung an DM, sondern eine theoretische, nicht genauer definierte Größenangabe des Risikos des Hundes, sehr grob geschätzt, im Alter an eben dieser beim Cardigan Corgi sehr seltenen Form der ererbten Hinterhandschwäche zu erkranken. (Wissenschaftler gehen davon aus, daß der Cardigan Corgi etwa ab dem 12. bis 15. Lebensjahr, oft auch erst später wenn er überhaupt so alt wird, eventuell erkranken könnte.) Es ist ein kleines Puzzlestückchen eines ganzen Bildes, das noch niemand vollständig gesehen hat.

 

Die Aussage "der Hund ist DM-frei" besagt nichts weiter, als "der Hund ist nicht an einer des Formenkreises der Degenerativen Myelopathien zugehörigen Krankheit, erkrankt. Der Hund kann trotzdem vom Genstatus her "SOD1-At Risk" sein. Er ist aber nicht an DM erkrankt. Ergo: DM-frei. Aussagekräftig wäre: "Der Hund hat den SOD1-Mutations-Genstatus...N/N oder DM/N oder DM/DM. So wie es auch auf dem Attest der Firma Laboklin zu lesen ist, wenn sie den Hund getestet hat. Da es in einem Wurf verschiedene Welpen mit verschiedenen SOD1-Mutations-Befunden gibt, sprich nicht jeder Welpe den gleichen Status erbt, ist für den Welpenkäufer sowieso nur der Status seines Welpen von Intresse, und das auch nur, wenn er mit dem Hund züchten möchte oder der Hund im hohen Alter eine Hinterhandschwäche entwickelt. Den gleichen SOD1-Mutationsstatus bei allen Welpen eines Wurfes, erwartet man zur Zeit bei Elterntieren, die beide N/N getestet wurden. Diese Tiere haben große Chancen nie an DM zu erkranken, aber garantieren kann das keiner. Noch nicht. Der das mutierte SOD1-Gen aktivierende Faktor ist noch vollkommen unbekannt. Es kann auch durchaus sein, dass es eine zweite Genmutation gibt, welche das Erkranken an einer DM; trotz Genstatus DM/DM, verhindert. Dann wäre der Test der lediglich die SOD1-Mutation zeigt, weniger aussagekräftig als von einigen Leuten gedacht. Wie oben gelesen, ist die Erforschung der Vererbung einer DM noch in vollem Gange und nicht mit dem Erfinden des SOD1-Mutations-Test abgeschlossen. Auch kann man einen Test nicht mit dem "Gieskannenprizip" auf alle Hunderassen anwenden, wenn er urprünglich für eine bestimmte Rasse entwickelt wurde. Wie können alle Hunderassen die gleichen Gene haben? Es muß für jede Rasse ein speziell angepaßter Test verwendet werden. Ein Pembroke Corgi ist eine ander Rasse als ein Cardigan Corgi. Man testet ja auch nicht seinen Cardigan Corgi auf die Erbkrankheit "von Willebrand" (Eine Krankheit die bei den Corgis ausschließlich den Pembroke betrifft).

Selbst wenn der Welpenkäufer später mit dem Hund züchten will, und der Welpe DM/DM getestet wurde, wird er zusammen mit einem N/N getesteten Hund nur DM/N getestete Welpen (Carrier) hervorbringen.

Sinn und Unsinn dieses Tests für Cardigan Corgis beurteilt jeder anders. Da es bei Cardigan (!!) Corgis sehr, sehr selten zu dem Ausbruch einer DM kommt, gibt es vom Zuchtverband her zur Zeit keine gültige Vorschrift, außer der allgemeingültigen Vorschrift, gesunde Hunde zu züchten und Erbkrankheiten die das Leben des Hundes erheblich einschränken zu vermeiden. Ein Genstatus der lediglich eine theoretische Risikogrößenangabe darstellt,  im sehr hohen Alter an einer für die Rasse sehr seltenen Krankheit zu erkranken, belastet den Hund nicht. Eine gesunde Fütterug und eine artgerechte Haltung sind eine bessere Gesundheitsvorsorge als das Wissen des Halters um eine theoretische Größenangabe.

Würde ein Cardigan Corgi tatsächlich mit 12 bis 15 Jahren die ersten Krankheitsanzeichen, also leichte und schmerzlose Gangunsicherheit zeigen, wäre er so alt, daß jede andere Alterskrankheit die DM als letalen Faktor mühelos überholen kann und der Hund den vollständigen Ausbruch der Krankeit DM eventuell aus Altersgründen nicht mehr erleben würde! Das durchschnittliche Lebensalter eines Cardigans liegt bei ca. 12 Jahren. Hunde die älter werden haben so oder so altersbedingte Einschränkungen. Hier ist einfach gesunder Menschenverstand gefordert, wenn man sich ein realistisches Bild machen möchte.

DM ist ein Sammelbegriff für Erkrankugen des Rückenmarks, bei denen die Informationsleitung vom Gehirn zur Hinterhand des Hundes, und umgekehrt, langsam und schmerzfrei zerstört wird.

Es wird von einigen Tierärzten als "Alterskrankheit" mit einem erblichen Risikofaktor angesehen.

(Beim Deutschen Schäferhund beginnt es durchschnittlich mit 8 Jahren, wenn er erkrankt. Man kann nicht verschiedene Hunderassen pauschalisieren.)

Bis zur vollständigen Lähmung der Hinterhand dauert es durchschnittlich bis zu zwei Jahre und die meißten Hunde leben danach fröhlich weiter, halt nur mit Rollwagen.

DM ist schmerzfrei !! Das ist meißt der sichtbare Unterschied zu einem Bandscheibenvorfall, aber auch ein kompletter Bandfscheibenvorfall kann schmerzlos sein, wenn alle Nerven abgedrückt werden.

Die Diagnose am lebenden Hund ist schwierig und nur im Ausschlußverfahren zu erahnen.

Alle ähnlichen Krankheiten müssen ausgeschlossen werden.

Eine endgültige Diagnose gibt es leider meißt erst bei der Obduktion des verstorbenen Hundes.

Erkrankungen aus dem Formenkreis der Degenerativen Myelopathien beginnen mit Unsicherheit in der Bewegung der Hinterhand, wackeligem Laufen, Füße nachziehen, stolpern. Eine stark entwickelte Hüftdysplasie kann das gleiche Bild hervorrufen, gerade bei einem sehr alten Hund.

Wenn die Zerstörung des Rückenmarks weiter fortgeschritten ist, kommt es zur Lähmung der Hinterhand.

Der an DM erkrankte Hund ist und bleibt geistig vollkommen klar. Es sind keine Fälle bekannt, bei denen an DM erkrankte Corgis Wesensveränderungen erlitten, wie es zum Beispiel bei krebskranken Hunden aufgrund der Schmerzen und Hirnmetastasen zu Verwirrtheit und Bissigkeit kommen kann.

Der Hund zeigt nach wie vor Lebensfreude.

DM verändert den Character des Hundes nicht.

Die Mutationen des SOD1-Gens sind vom Aufbau her anders gefaltet als das gesunde Gen. Es besteht die Vermutung, dass das gefaltete Gen für die Nervenzelle giftig ist. Die Wissenschaft geht aber zugleich davon aus, dass noch eine andere Ursache als "nur" die SOD1-Genmutation vorliegen muß. So zum Beispiel ein Gift welches sich im Laufe des Hundelebens im Hundekörper ansammelt und wenn der Hund "lange genug gesammelt hat", sprich ein gewisses Alter erreicht hat, wird eine Schwelle im Mengenbereich überschritten, die die Nervenzelle langsam vergiftet und irreparabel schädigt.

Ein mutiertes SOD1-Gen wird unvollständig penetrant rezessiv vererbt, dass heißt, es kann bei einem Hunde mittels einem Gentest der speziell für seine Rasse entwickelt wurde, folgendes Risiko zu erkranken diagnostiziert werden:

DM- frei (= DM clear, N/N). Das defekte Gen wurde in der DNS des untersuchten Hundes nicht gefunden und zum heutigen Zeitpunkt gehen Wissenschaftler davon aus, daß der getestete Hund weder infolge einer SOD1-Mutatation an DM erkrankt, noch das defekte Gen weitervererbt, sehrwohl aber aufgrund anderer Faktoren an einer DM erkranken könnte.

 

DM- Träger (= DM-Carrier, N/DM). Das defekte Gen ist gleichzeitig mit der gesunden Form des SOD1-Gens in der DNS des untersuchten Hundes vorhanden.

Das Tier besitzt 1 normale Erbanlage und eine SOD1-Mutation. Die Mutationswirkung wird nicht auftreten, die mutierte Anlage kann aber an die Nachkommen weitergegeben werden.

 

DM-Risikoträger (=DM-At Risk, DM/DM). Der Hund ist nicht an DM erkrankt, also streng genommen von der Aussage her, ebenfalls DM-frei! Er hat aber ein geringes Risiko im Alter zu erkranken und vererbt das defekte Gen zu 100% weiter. Die meißten DM-at-risk-Cardigan Corgis werden nie erkranken.

Ein At-Risk-getesteter Hund kann zusammen mit einem SOD1-Mutation-frei getesteten Hund problemlos zur Zucht genommen werden, weil rein rechnerich daraus nur SOD1-Carrier-Welpen entstehen.

DM-Erkrankt (= DM-Affekted). Der Hund ist mit Sicherheit an DM erkrankt. Diese Diagnose stelt der Pathologe fast immer erst zweifelsfrei, wenn der Hund bereits verstorben ist.

 

Nur noch DM-freie Tiere zur Zucht zu verwenden, würde bei einem so kleinen Bestand wie bei den beiden Welsh Corgirassen, den Genpool insgesammt so sehr verkleinern, daß mit den wenigen verbliebenen Tieren keine verantwortungsvolle Zucht mehr möglich wäre, denn es gibt ja noch eine Menge Faktoren mehr, die stimmen müssen, damit ein Hund zur Zucht eingesetzt werden kann.

Nur SOD1-Mutant-frei macht noch lange keinen guten Zuchthund aus und ist auch keine Garantie, dass der Hund nie an einer Degenerativen Myelopathie erkranken wird! Erst muß der Erbang und überhaupt die Größe der erblichen Beteiligung bei den Krankheiten des Formenkreises der DM vollständig geklärt und erforscht sein, bevor man da irgendwelche Garantien aussprechen kann!

In eigener Sache dazu: Unsere Hunde wurden zwar auch alle diesem Gentest unterzogen, aber wir würden uns nie anmaßen anhand der Ergebnisse unserer Hunde bei diesem Gentest, auch wenn sie sehr erfreulich sind, irgendwelche Garantien auszusprechen.

Wissen wir denn, welche anderen DM-verusachenden oder DM-hemmenden Faktoren es noch gibt, die bis jetzt nur noch nicht erkannt worden? Nein. Also kann eine Garantie in dieser Hinsicht zum heutigen Zeitpunkt nicht gegeben werden!

Wir haben diesen Gentest zwar in unser Zuchtprogramm aufgenommen, überzeugt sind wir aber nicht von dessen Wichtigkeit die Cardigan Corgis betreffend.

Der Erbgang von DM ist sehr komplex und noch garnicht richtig erforscht. Zur Zeit laufen aber Studien.

Für den sogenannten DM-Test gilt laut dem Genlabor Laboklin folgende Regel:

Nachgewiesen wird ein Risikofaktor, der mit der DM assoziiert ist.

Das heißt grob übersetzt, es wird mit diesem Test nach einem Verdächtigen gefahndet, nicht nach einem Schuldigen.

 

Da nicht jeder DM/DM-getestete Hund auch krank wird, ist deutlich, daß der Erbgang von DM nicht identisch ist mit dem Erbgang von PRA. Ein PRA/PRA-getesteter Hund erkrankt auch an PRA.

Das krankhaft veränderte (mutierte) SOD1-Gen zeigt eine alterabhängige unvollständige Penetranz.

Das heißt grob übersetzt, es werden, wenn überhaupt, nur sehr alte Hunde krank und nicht jeder DM/DM-getestete Hund erkrankt auch an DM.

"Unter unvollständiger Penetranz versteht man die Erscheinug, wenn ein dominantes Allel, meißt in mischerbiger Kombination, sich nicht im Phänotyp ausprägen kann. Die Ursachen die zu einer derartigen unvollständigen Penetranz führen, sind noch nicht vollständig geklärt Es gibt Annahmen, dass ein derart unvollständig dominant wirkendes Allel weitere zusätzliche genetische Reaktionen erfordert, die unter Umständen am Genlocus für andere genetische Abläufe gebunden sind." (Quelle: Das Buch von Dr. Friedmar Krautwurst: Praktische Genetik für Hundezüchter, Seite 49)

"Wenn von zwei Allelen eines das andere unterdrückt, so dass dieses phänotypisch nicht zur Wirkung kommen kann, dann bezeichnet man das überdeckende als dominant und das unterdrückte als rezessiv." (Quelle: Dr. Friedmar Krautwurst: Praktische Genetik für Hundezüchter, Seite 39)

Ein mutiertes SOD1-Gen wird unvollständig penetrant rezessiv vererbt.

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Das bislang erkannte defekte Gen ist laut Forschung nur eines von mehreren Genen, die bei der Vererbung von DM eine Rolle spielen. Es gibt nicht nur das mutierte SOD1-Gen, es gibt auch Gene die den Ausbruch der Krankheit verhindern, trotz der vorhandenen SOD1-Genmutation. Da sind sich die Wissenschaftler inzwischen einig und suchen nach diesem "Schutzgen".

Auch kann bis heute noch niemand sagen, ob und wenn ja welche Faktoren den Ausbruch einer Krankheit aus dem Formenkreis "DM" (Degenerative Myelopathien) auslösen.

Ein zweites mutiertes Gen welches das mutierte SOD1 aktiviert oder bestimmte Stoffe im Körper, die sich im Laufe des Lebens dort angesammelt haben, Kupfer zum Beispiel, die eine Entzündung im Körper auslösen, sind im Verdacht.

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Ich werde versuchen die Wertigkeit der der Testergebnisse des "DM-Tests" mittels eines Vergleichs zu erklären:

Ein mutiertes Gen allein läßt noch keine Krankheit ausbrechen, sorgt aber für eine Anfälligkeit für diese Krankheit. Es gilt der Mechanismus des  vorherigen Aktivierens eines veränderten (mutierten) Genes, um die Krankheit entstehen zu lassen. Sie müssen sich das so vorstellen, wie bei einem Raum in dem eine Deckenlampe hängt. Die SOD1-Genmutation wäre in diesem Beispiel ein Lichtschalter. Es gibt Räume ohne Lichtschalter, die nie von der Lampe an der Decke erhellt werden können, sehrwohl aber von anderen Lichtquellen, zum Beispiel einer Taschenlampe (von der aber keiner weiß ob und wo sie sich im Raum befindet). Das wären "Lichtschalter-freie" Räume, zu vergleichen mit SOD1-Mutationsfreien Hunden. (DM N/N)

Dem Vergleich folgend wären SOD1-Mutationsträger mit Räumen zu vergleichen, die einen Lichtschalter besitzen der nicht mit der Lampe verbunden ist. Egal wie oft und von wem der Schalter betätigt wird, das Licht geht mit großer Wahrscheinlichkeit nie an. (DM N/DM)

At-Risk-getestete Hunde sind gleich einem Raum der zwar einen Lichtschalter hat der vermutlich mit der Deckenlampe verbunden ist, aber keinen Strom auf der Leitung hat, weswegen die Deckenlampe nicht brennt.(DM DM/DM)

Bei einem Cardigan Corgi ist erst ab einem sehr hohen Alter überhaupt "Strom auf der Leitung" und dann braucht es zwingend noch etwas das den Lichtschalter überhaupt erst betätigt, also der Faktor der das mutierte Gen überhaupt erst aktiviert. Es gibt aktivierende und hemmende Faktoren, beide sind noch nicht genauer bestimmt.

Das mutierte SOD1-Gen, das ist der einzige Lichtschalter im Raum, den die Wissenschaft bis jetzt entdeckt hat. Deswegen wird er verdächtigt mit der Deckenlampe verbunden sein zu können, weil er bei allen Räumen (aller Hunde) von allen Gebäuden (aller Hunderassen) in denen die Lampe anging (alle untersuchten an einer DM erkrankten Hunde aller Hunderassen), als stromführender Schalter gefunden wurde.

Ob ein an einer Hinterhandlähmung erkrankter Hund wirklich DM hat, ist nicht allein mit einem DM-Tesergebnis DM DM/DM bewiesen! Er kann auch diesem Testergebnis zum Trotz keine DM haben und wegen eines Bandscheibenvorfalls gelähmt sein, so wie ein Raum einen stromführenden Lichtschalter haben kann und trotzdem nicht von der Deckenlampe sondern von einer Taschenlampe die im Raum war, erhellt werden kann.

Für den Einen ist dieser Vergleich verwirrend, für den Anderen eine Hilfe. Genetik zu erklären obwohl man selber kein Genetiker ist, ist wie wenn ein Schulkind dem anderen die Hausaufgaben erklärt. Es kann einem alles leichter verstehen lassen, oder noch mehr verwirren. Falls es Sie noch mehr verwirrt als zuvor, entschuldigen Sie es und vergessen es bitte einfach.

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Den Rechenmodellen der Genetiker die besagen, ein SOD1-Carrier mit einem SOD1-freien Hund gepaart, ergibt 50% Carrier und 50 % Freie, folgt die tatsächliche Genverteilung der Realität auch nicht immer unbedingt. VDH-Züchterkollegen in Deutschland berichten von komplett genmutationsfreien Würfen trotz der Anpaarung eines DM/N mit einem N/N.

Die Verantwortung liegt bei jedem Züchter persönlich, seine Würfe zu planen. Wie weit man sich da gedanklich in theoretische Zukunftsmodelle begibt, muß jeder selber entscheiden. Man kann alles sehr gewissenhaft planen, ist aber auch vor Übertreibungen nicht gefeit, wenn man das Gesammtbild aus den Augen verliert.

Ein Ergebnis des heute auf dem Markt angebotenen DM-Testes ist ein Hinweis, was in seltenen Fällen passieren könnte wenn der Cardigan Corgi sehr alt ist. Es ist  keine sichere Diagnose zur Zukunftsvorhersage.

Sozusagen die Größenangabe eines von mehreren Risikofaktoren im hohen Alter an DM zu erkranken, der oft überbewertet wird, weil es der einzige bis heute sicher erkannte Faktor von mehrerenen Faktoren ist.

Ein Cardigan Corgi mit dem Gentestergebnis DM/DM ist nicht automatisch an DM erkrankt. Er ist streng genommen DM-frei, solange er nicht erkrankt ist. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit nie erkranken. Er hat aber ein minimal höheres Risiko im Alter zu erkranken, als ein DM/N (Carrier) getester Hund. (Soweit die Theorie, basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen.)

Es bleibt zum Schluß nur der große Wunsch an die Wissenschaftler, das Gesamtbild des Formenkreises dieser Krankheit so schnell wie möglich weiter zu durchschauen, um mehr Gegenmaßnahmen ergreifen zu können und damit die brodelnde Gerüchteküche um den Formenkreis der Degenerativen Myelopathien zu beseitigen.

Cardigan Welsh Corgis erkranken, wenn sie überhaupt erkranken, erst im sehr hochbetagten Alter.

Es gibt nicht "das DM-Gen".
Es gibt noch nicht einmal "DIE eine SOD1-Gen-Mutation". Es gibt über 100 verschiedene Mutationen des SOD1-Gens und alle verursachen die Symptome der Degenerativen Myelopathie.
Zitat: More than 100 SOD1 mutations that cause type 1 amyotrophic lateral sclerosis have been identified. Quelle siehe nächste Zeile.
Hier Nachzulesen: http://ghr.nlm.nih.gov/gene/SOD1

Ein mutiertes SOD1-Gen ist nur einer von mehreren Risikofaktoren und nicht DAS DM-GEN!

Bei der ALS der Menschen, welche der DM bei Hunden fast gleich ist, sind bereits mehrere Gen-Mutationen entlarvt worden, welche die Krankheitssymtome auslösen. Warum soll es nun bei der DM der älteren Hunde nur diese eine Mutation des SOD1-Gens als auslösenden Faktor geben?

Jeder verantwortungsvolle Mensch der sich ernsthaft mit der Hundezucht beschäftigt, aber nicht in der Genforschung arbeitet, ist gehalten sich an die publizierten Ergebnisse der Forscher zu halten und nicht an die nur all zu menschlische, aber leider nicht zu bremsende Gerüchteküche!

Ein mutiertes SOD1-Gen ist einer von mehreren theoretisch angenommenen Risikofaktoren. Aber es ist nicht DAS DM-GEN.

Ein intressanter Artikel über DM beim Hund ist auch folgender Bericht:

Degenerative Myelopathie bei Hunden: Neues zur Diagnose, Pathogenese und Behandlung
Thomas Flegel, Dr.med.vet., DECVN, DACVIM (Neurology) Leipzig, Deutschland
zu findern unter:

Wer einen genetisch SOD1-At-Risk getesteten Welsh Corgi Cardigan hat, hat erstmal einen gesunden Hund, der nicht automatisch krank ist. Der Hund hat lediglich ein etwas höheres Risiko an DM zu erkranken wenn er sehr alt ist. Alte Hunde haben immer ein höheres Risiko zu erkranken. Ob es nun das alte Herz ist das schwächelt oder ein anderes altersbedingtes Leiden auftritt. Ein Gentestergebnis auf SOD1 beschreibt die Wahrscheinlichkeit, die Größe des Risikos an DM zu erkranken.

Eine SOD1-Mutations-Gentest-Hysterie ist ein "übers Ziel hinausschiessen". Noch sind die anderen Risikofaktoren nicht erkannt. Erst muß erforscht werden, warum der eine SOD1-Mutation-DM/DM getestete Hund erkrankt, ein anderer SOD1-Mutation-DM/DM getesteter Hund aber ohne zu erkranken steinalt wird.
Vielleicht liegt ja in dem noch nicht erkannten Faktor die händeringend gesuchte Heilungschance. Die Kupferspeicherkrankheit beim Menschen ist wenn sie rechtzeitig erkannt wird mit Medikamenten gut therapierbar, unerkannt aber immer tödlich. Wenn sich nun herausstellt, dass eine Ansammlung eines Giftstoffes im Hundekörper tatsächlich der Faktor ist, der das mutierte SOD1-Gen aktiviert, und dieser Giftstoff tatsächlich eine Überdosierung in Folge einer Ansammlung von Kupfer im Hundekörper ist, kann man dies medikamentös beeinflussen und das mutierte SOD1 verliert an Schrecken. Dies ist ein Ansatz von mehreren, den die Genforschung zur Zeit verfolgt. (Billige Futterdosen können Giftmetalle ans Futter darin abgeben, zum Beispiel).

Es ist unsinnig die Tatsache zu verschweigen, dass ein Corgi einer chondrodystrophen Rasse angehört, und damit im Alter zu einer Hinterhandschwäche durch Bandscheibenvorfällen neigen kann (landläufig als "Dackellähme" bekannt) und gleichzeitig eine beim Cardigan mehr als seltenen Erbkrankheit so aufzubauschen, dass der sowieso schon sehr kleine Genpool immer kleiner wird und eine gesunde Zucht kaum möglich ist.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle Genforscher, die ihre Forschungsergerbnisse für uns "Genforschungslaien" zum lesen ins Netz stellen, was mir die Möglichkeit gibt, auf diese Forschungsergebnisse, natürlich immer mit Quellenangebe, hier aufmerksam zu machen!

Sicher ist es wunderbar, zu wissen, dass mit der SOD1-Mutation ein großer Risiofaktor für DM erkannt wurde. Dewegen ist es aber nicht sicher, ob wirklich alle Hunde die in ihrem Erbgut keine SOD1-Mutation aufweisen, nie an DM erkranken.

Krankheiten mit multifaktoriellen Ursachen sind wie ein Puzzle. Um das ganze Bild beurteilen zu können, muß man alle Puzzleteile kennen. Die Beteiligung der SOD1-Mutationen ist ein großes Puzzleteil, aber eben nur ein Teil. Ein großer Fortschritt, aber eben nicht das Gesamtbild. Die anderen Mitspieler im Risikofaktorenset müssen erst mit Namen und Schweregrad erkannt und genannt werden können. Da aber fast alle DM/DM-getesteten Cardigan Corgis an Alterschwäche versterben, ehe sie an DM erkranken könnten, ist das nicht so einfach zu erforschen.

Es sollte vermieden werden, Cardigan Corgis und Pembroke Corgis als eine Hunderasse anzusehen. Wären es Vertreter der selben Rasse, könnte man sie auch problemlos untereinander mischen und immer das gleiche Ergebnis erhalten. Es sind aber zwei verschiedene Rassen und deshalb werden sie auch getrennt gezüchtet, in getrennt geführten Zuchtzbücher, mit getrennten Vorteilen und Nachteilen bei der Vererbung. Die Erbkrankheiten der einen Rasse sind nicht zwangsläufig auch das Problem der anderen Rasse. Die Zuchtvereine aller Länder haben sich schon etwas dabei gedacht, als sie für beide Rassen verschiedene Zuchtbücher anlegten. Selbst einem Laien reicht nur ein Blick auf die Hunde, um zu sehen, dass es sich um zwei verschiedene Rassen handelt, auch wenn es beide "Cor-gis", also "kleine-Hunde" handelt. Trotzdem gibt es bei der "DM" einige Gemeinsamkeiten, die bei allen Hunderassen zutrifft. Der DRC hat hierzu eine Seite ins Netz gestellt, die ich für sehr informativ halte:

http://www.drc.de/gesund/cbr-dm.html

Ein Corgi ist ein großer Hund auf kurzen Beinen. Wenn ein Deutscher Schäferhund zehn Jahre alt ist, darf er Alterskrankheiten bekommen ohne dass seiner Rasse schlechtes Erbgut angedichtet wird. Ein Corgi ist kein Zwergdackel, auch wenn er in Einzelfällen zwölf bis fünfzehn Jahre alt werden kann, wird er mit zehn Jahren ein alter Hund sein.

Ein Corgi, egal ob Cardigan Corgi oder Pembroke Corgi, ist mit zehn Jahren ein alter Hund. Alte Hunde bekommen Alterskrankheiten. Dazu gehören auch die eher seltenen Krankheiten aus dem Formenkreis der Degenrativen Myelopathien. Der Gentest auf die SOD1-Mutation umschreibt lediglich die Größe des hypothtisch angenommenen Erkrankungsrisiko. Deswegen mus der Hund aber noch lange nicht an DM erkranken. Abgesehen davon tritt eine Erkrankung an einer Krankheit des Formenkreises der Degenerativen Myelopathie bei einem Cardigan Welsh Corgi fast nie auf. Selbst bei "At-Risk-getesteten" Cardigans ist das Risiko minimal. 

Die Diagnose am lebenden Hund ist schwierig und nur vom Veterinärmediziner im Ausschlußverfahren zu erahnen.

Alle ähnlichen Krankheiten müssen ausgeschlossen werden.

Eine endgültige Diagnose gibt es leider meißt erst bei der Obduktion des verstorbenen Hundes.

 

Neue Ergänzung zum Thema DM: Hier ist eine Doktorarbeit vom Januar 2013

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9240/ (Das ist die Kurzfassung)

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9240/pdf/GrohmannKristina_2013_01_29.pdf (Das ist der komplette Bericht, bitte haben Sie etwas Geduld, es dauert eventuell ein paar Minuten bis das PDF geladen ist und auf Ihrem Bildschirm erscheint.)


Nicht jede Hinterhandschwäche eines Hundes hat etwas mit dem beim Cardigan Welsh Corgi sehr selten auftretenden Erkrankungen des Formenkreises der Degenerativen Myelopathien zu tun!

Bei einem Hund einer chondrodysplastischen Rasse, dessen Rasse kaum von DM betroffen ist, muss immer erst einmal der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall abgeklärt werden wenn eine Hinterhandschwäche auftritt.

Wenn ein nicht veterinärmedizinisch ausgebildeter Mensch bei einem Cardigan Corgi "DM diagnostiziert" hat, so wurde bis jetzt immer bei genauerer Nachfrage bekannt, dass es keine pathologische Untersuchung gab, es sich um irgendeine, nicht genauer untersuchte Hinterhandschwäche handelte und der Erzähler einfach mal angenommen hat, es handele sich um DM.

Nur eine umfassende veterinärmedizinische Untersuchung kann eine richtige Diagnose der Ursache einer Hinterhandschwäche stellen!

Der Bandscheibenvorfall, umgangssprachlich "Dackellähme"genannt, führt auch zu einer Hinterhandschwäche bis hin zur Hinterhandlähmung, die bei kompletter Lähmung dann auch schmerzfrei sein kann.

Hier ein guter Link zum Thema Bandscheibenvorfall:

http://www.enpevet.de/Lexicon/ShowArticle/40952/Hund__Bandscheibenvorfall

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/296516#Pathogenese

Bandscheibenbeschwerden kommen ab und zu bei Rassen mit langem Rücken (Dackel, Basset, Bracke, Welsh-Corgi, etc. ) vor. Deswegen sollen solche Rassen nicht unnötig überfordert werden, indem man ihnen hohe Sprünge zumutet oder sie viel Treppen laufen läßt. Eigentlich muß dass hier nicht noch extra betont werden, aber es gibt auch Menschen, die denken nicht nach und lassen ihre Hunde einfach rennen und springen bis sie umfallen. Leider. Ein Hund lebt nur im Hier und Jetzt. Dass er sich gerade schadet obwohl er dabei Spaß hat, versteht wer nicht. Sein Besitzer ist gefragt, ihn zu schützen indem er das Tun und Lassen seines Hundes lenkt. Was man aber vermeiden sollte, ist dass man Hundebesitzern deren Hund einen Bandscheibenvorfall haben, zu sagen sie hätten das Tier halt überfordert. Es gibt viele Ursachen für einen Bandscheibenvorfall und andere Hinterhandschwächen. Nicht immer gibt es einen direkt erkennbaren auslösenden Faktor und die Gefahr dass es sich wirklich um "DM" handelt ist beim Cardigan Corgi mehr als gering. Auch bei "DM/DM" getesteten Cardigan Corgis! 

Eine schwere Hüftdysplasie führt ebenfalls zu einer Hinterhandschwäche. (Siehe Kapitel Gesundheit - HD)

Auch ein Hund mit dem Gentesterebnis DM/DM kann einen Banscheibenvorfall bekommen. Ohne umfassende, pathologische Untersuchung des Hundes ist eine in die Menge geworfene Verdachtsdiagnose auf "DM" nichts als Förderung der ohnehin schon übertriebenen "DM-Hysterie".

Einen Buchtip finden Sie hier im Beitrag vom 3.10.13 "Corgis auf Rädern":

http://www.welshcorgi-news.ch/Deutsch.html

Ich habe in dieser Informationssammlung versucht die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft, mit allen notwendigen Quellenangaben zu nennen, mit den Worten die auch ein medizinisch nicht ausgebildeter Mensch versteht.

Ich erhebe keinerlei Anspruch an Vollständigkeit oder auf medizinisch allumfassende bis ins kleinste Detail gehende Korrektheit, obwohl ich mir sicher bin, sehr sorgfältig recherchiert zu haben. Der Text ist eine Informationssammlung und deshalb kommt es innerhalb des Textes auch mal zu Informationswiederholungen.

 

Beate Größer

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 22. Dezember 2015 um 09:20 Uhr